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Splithoff stellt Produktion ein

Splithoff Taxi-Dachzeichen, Kennleuchtenträger und ESA-Anbauteile werden ab sofort nicht mehr produziert.

Nein, leichtgefallen ist die Entscheidung wohl keinem der Beteiligten. Doch nun ist die Entscheidung gefallen: Bis auf die Dachzeichen 500 (Festmontage) und 500 MD (Magnetmontage) wird die komplette Splithoff-Produktpalette eingestellt.

Theodor Splithoff entwickelte und produzierte ein System, das die Probleme so mancher Anwender löste: Es bestand aus einem fest am Fahrzeug verbauten Elektroscharnier, das fest verkabelt wurde. Auf dieses wurde ein Träger mit Dachzeichen oder Kennleuchte aufgesetzt und diebstahlsicher verriegelt. Diese Kombination aus ESA-Anbauteil und Dachzeichen (oder alternativ Kennleuchtenträger) war ideal, um ganze Fahrzeugflotten auszurüsten. Die Fahrzeuge wurden alle mit ESA-Anbauteilen ausgerüstet, die Träger wurden bei Bedarf aufgesetzt. Keine „fliegenden Leitungen“, keine Kabelbrüche durch Quetschungen in der Tür – wirklich praktisch und nachhaltig. Schaut man sich die Produkte heute an, so spürt man noch die Qualität vergangener Tage, als „Made in Germany“ noch für solide Produkte stand.

 

Am Fahrzeug wurde das ESA-Anbauteil (unten) fest verbaut.

Am Fahrzeug wurde das ESA-Anbauteil (unten) fest verbaut.

 

Nun ist Schluss mit der Produktion der Splithoff-Produkte. Das Grundmaterial für die Träger wird aus Umweltgründen nicht mehr hergestellt. Es enthielt eine Bleiverbindung und das darf heutzutage nicht mehr sein. Doch auch nach einem Jahr intensiver Recherche und zahlreicher Tests konnte kein Ersatzmaterial gefunden werden, das mit den bisherigen Gussformen verwendet werden kann. Neue Werkzeuge hätten eine Investition in sechsstelliger Höhe bedeutet.

Das klingt erstmal nach einer überschaubaren Summe. Schaut man genauer hin, wird aber schnell klar, dass es ein schwieriger Markt ist. Taxis sind mit knapp 50.000 zugelassenen Fahrzeugen (Stand 2012) schon ein relativ kleiner Nischenmarkt. Um ESA-Anbauteile für alle denkbaren Fahrzeugmodelle anzubieten, bedarf es bei den heute immer schneller wechselnden Modellreihen einer Menge Aufwand. Selbstverständlich hat auch die Konkurrenz nicht geschlafen und schuf Konkurrenzsysteme. Im Vergleich gab es keine zwei Meinungen: Qualitativ waren Splithoff-Dachzeichen immer die erste Wahl. Aber am Ende entschied der Anschaffungspreis. Und der war bei der Konkurrenz (egal, ob aus Fernost oder aus Europa) niedriger, weil die ganze Konstruktion viel dünneres und billigeres Material verwendete. Dass die Teile damit auch nur halb so lange hielten, interessierte viele Anwender noch vor wenigen Jahren nicht. Im Zweifel eben einfach wegschmeißen und neu kaufen. „Geiz ist geil“ eben.

 

Splithoff Kennleuchtenträger ohne Leuchte

Splithoff Kennleuchtenträger ohne Leuchte

 

Die Gruppe der Sonderfahrzeuge, die mit Kennleuchten ausgerüstet werden, ist nochmal deutlich kleiner. Hier steckte die Konkurrenz kein Geld in die Entwicklung. Für einzelne Modelle (Audi zum Beispiel hat einen Träger, der aber nur bei den gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt werden kann) gab es Einzellösungen, das war es dann aber auch. Ein Universalprodukt für viele verschiedene Fahrzeugmodelle gab es nur von Splithoff. Es entstand 1994 als Nebenprodukt, weil das „Massenprodukt“ Taxi-Dachzeichen die Entwicklungskosten trug.

In den Behörden verschiedener Bundesländer waren den Entscheidern Magnetkennleuchten ein Dorn im Auge. Sie wurden nicht mehr zuzulassen. Eine „mechanische Verbindung zum Fahrzeug“ musste die Leuchte haben. Umso größer war die Aufruhr in den Ministerien in der vergangenen Woche, als die Information über die Einstellung der Produktion die Runde machte. Die ersten Überlegungen gingen bereits in die Richtung, das Verbot von Magnetleuchten nun doch notgedrungen aufzuheben.

 

Kennleuchtenträger in verschiedenen Ausführungen

Kennleuchtenträger in verschiedenen Ausführungen

 

Beim Hersteller ist man traurig, dass diese traditionsreiche Produktlinie ein Ende findet. Doch insgesamt machten die Splithoff-Produkte nur etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus, so dass der Verlust zu verschmerzen ist. Glücklicherweise keine Arbeitsplätze in Gefahr, alle Mitarbeiter bleiben im Unternehmen.

RKL Signaltechnik wird als enger Vertriebspartner eventuell noch restliche Stückzahlen erhalten. Wir nehmen deshalb weiterhin verbindliche Bestellungen entgegen, weisen jedoch vorsorglich darauf hin, dass der Auftrag storniert wird, falls nicht genügend Ware eintrifft. Im Laufe des Januars wissen wir mehr – alle verbindlichen Besteller werden selbstverständlich von uns auf dem Laufenden gehalten.

Wir werden außerdem – solange der Vorrat reicht – ESA-Anbauteile und alle Ersatzteile für Splithoff-Produkte anbieten. Die Dachzeichenserie 500 (Fest- und Magnetmontage) wird unverändert weiter produziert und ist wie bisher bei uns in allen Varianten und Beschriftungen erhältlich.